2018/19: Ein milder Winter mit kontrastreicher Witterung

Westdrift mit viel Regen im Dezember, kurzes Winter-Intermezzo mit Kältewelle im Januar und Vorfrühling mit Wärmerekord im Februar

Witterungsbericht der Wetterstation Eiweiler Jörg Hoffmann


Der Winter 2018/19 war mit einem Temperaturmittel von 3,0°C im Vergleich zur gültigen Referenzperiode 1961-1990 um 1,8 K zu mild – gegenüber der Vergleichsperiode zur Eiweiler-Norm um 1,5 K zu mild.
Die zurückliegenden Wintermonate verliefen sehr unterschiedlich und richtiges Winterwetter war im Flachland nur spurenhaft zu erkennen.

Nach monatelanger Hochdruckdominanz erwachte im Dezember die Westdrift zu neuem Leben und bescherte milde Luft und viel Regen.
Der Januar verlief von den Temperaturen recht durchschnittlich und eine ausgeprägte Nordwestlage brachte den Alpen enorme Schneemassen; auch im Flachland trat die einzige Kältewelle des Winters mit einem kurzes Schnee-Gastspiel zu Monatsende auf, die immerhin eine bis zu 21 Zentimeter hohe Schneedecke gebracht hat.
Jedoch war der Februar völlig aus der Art geschlagen und brachte Vorfrühlingswetter, denn eine bemerkenswert stabile Hochdruckperiode bescherte viel Sonnenschein und große Temperatur-gegensätze zwischen sehr milden Tagen und frostigen Nächten. Außerdem sorgte der Februar am 27. für einen neuen Wärmerekord für den ganzen Winter innerhalb der letzten 30 Jahre in Eiweiler, als das Thermometer auf extrem warme 21,7°C angestiegen war – genauso warm war es auch ander DWD-Station Saarbrücken-Burbach. Örtlich war es im Saarland sogar noch etwas wärmer, wie an der Meteogroup-Station Dillingen/Saar mit 22,3°C

Mit einer Niederschlagssumme von 268,1 Liter pro Quadratmeter wurde ein kleiner Überschuss von 7 Prozent registriert, der allerdings nur durch einen sehr nassen Dezember verursacht wurde, da es im Januar ein leichtes Defizit gab und der Februar viel zu trocken ausgefallen war.
Insgesamt traten im Winter 43 Frost-, 27 Winter- und 16 Eistage auf – bei den Frost- und Wintertagen bedeutet dies ein Defizit von rund 15 Prozent, während bei den Eistagen ein Drittel weniger als üblich zu verzeichnen war.
Schnee war in diesem Winter Mangelware, denn nur an 8 Tagen trat eine Schneedecke auf, 10 Tage weniger als die langjährige Norm.
Wir erlebten aufgrund häufiger Hochdrucklagen den sonnigsten Winter seit 11 Jahren. Mit einer Sonnenscheindauer von 230 Stunden wurde ein Überschuss von 23 Prozent aufgestellt. 19 Heitere Tage, davon allein 14 im Februar, bedeuten sogar einen Überschuss von 46 Prozent.

Der Dezember startete mit einer ausgeprägten Westwindströmung, ein Tief gab dem nächsten die Klinke in die Hand. Die Tiefs JADWIGA, KERRIN, LUANA und MARIELOU brachten kräftigen Regen und vor allem am 2. und 3. Dezember auch hohe Tagessummen von 27,1 und 26,3 mm. Es war sehr mild mit Temperaturen bis 12,6°C. Nach der langen Hochdruckdominanz und der Trockenheit der Vormonate bekamen die Böden endlich das dringend benötigte Nass.
Ab zweitem Monatsdrittel kam es zu einem Wetterumschwung, der Wind drehte auf Nordost und Skandinavienhoch GOTTHARD zapfte trocken-kalte Festlandsluft an. Nachts stellte sich zunächst leichter Frost ein, später traten auch die ersten Dauerfrosttage der Saison ein. Am dritten Advent bescherte uns Tief OSWALDE bei den Britischen Inseln den ersten Schnee, doch die 4 Zentimeter hohe Schneedecke taute bis zum Abend wieder weg.
Dann setzte sich bis Weihnachten mit den Tiefs PIA, STINA und TETE wieder eine lebhafte, nasse und windige Westwetterlage durch, wobei am 21. Dezember Sturmböen auftraten.
Die Großwetterlage stellte sich an Weihnachten wieder um, denn nach Abzug der Kaltfront von Tief TETE wanderte Hoch HUGO aus Nordwesten nach Frankreich und lag mit seinem Schwerpunkt zwischen dem Saarland und dem Oberrhein. Im windschwachen Kern des Hochs konnte sich die Luft stark abkühlen. Der erste Feiertag war noch wolkenlos und kalt mit Nachtfrost, während sich in der folgenden Nacht Nebel bildete. So zeigte sich der zweite Weihnachtstag mit dichtem Nebel und Dauerfrost von minus 3°C am Tag. Es kam zu starken Raureif- und Raueisablagerungen in der Natur, die Landschaft war in einen weißen Winterschmuck gehüllt. Durch die wie mit Zuckerguss überzogenen Bäume und Sträucher erlebten wir noch einen kleinen Hauch weißer Weihnacht. Diese ausgeprägte Inversionswetterlage mit Nebel und Dauerfrost dauerte bis zum 29. Dezember.
Zum Jahresende streiften uns die Ausläufer der Tiefs YVETTE und ZEETJE, während das neue Hoch IGNATIUS über Westeuropa feucht-milde Nordseeluft heranführte. Bei Sprühregen setzte Milderung bis 7,1°C ein und der Dezember ging an Silvester mit starkem Nebel mild zu Ende.

Der Januar präsentierte sich in seiner ersten Hälfte sehr trüb unter Einfluss einer Nordwestlage, denn wir lagen am Rande von Hoch ANGELA, das tagelang nahezu stationär über den Britischen Inseln verharrte. Zwischen Hoch ANGELA und tiefem Luftdruck über Osteuropa wurden mit einer Nord- bis Nordwestströmung feucht-kühle Luftmassen zu uns gelenkt, ab und zu gab es Nieselregen bei leichten Plusgraden. Diese anhaltende nördliche Höhenströmung löste an den Alpen und den Mittelgebirgen massiven Schneefälle aus.
Während am 11. Januar kurzzeitig kalte Luft im Bereich der Fronten von Tief DONALD wirksam war und es schneite, ohne dass sich jedoch in Eiweiler eine Schneedecke bildete, lenkten die Tiefs EUGEN und FLORENZ am 12. und 13. Januar mildere Luft heran und brachten kräftigen Regen bei Temperaturen um 7°C.
Zur Monatsmitte bestimmte nochmals das äußerst zähe und langlebige Hoch ANGELA, welches sich allmählich über den Mittelmeerraum nach Südosten verlagerte, unser Wetter, ehe am 17. Januar der nächste Tiefausläufer HINNE windiges Schauerwetter brachte und auf seiner Rückseite den Weg für arktische Kaltluft freimachte. Dadurch stellte sich gegen Ende des zweiten Drittels die Großwetterlage nachhaltig um, Hoch BRIGIA legte sich über Mitteleuropa. Eine kleine Kältewelle – die wirklich einzige des ganzen Winters – war die Folge. Zunächst herrschten wolkenlose Wintertage, ab dem 20. Januar mit Dauerfrost, die Nächte bescherten mäßigen Frost mit einem Minimum von -9° in der Nacht zum 22. Januar.
Vom 23. bis 25. Januar brachten die über Westeuropa Richtung Mittelmeer ziehenden Tiefs JANNO, KLAUS und LAZLO leichten Schneefall, während sich Hoch BRIGADA nach Russland verabschiedet hat.
Tief MARTIN führte am 26. Januar zu Tauwetter und Milderung bis 5°C, ehe sich danach zum Monatsende eine Troglage mit feuchter Polarluft eingestellt hat. Das mit seinem Kern langsam über Deutschland ziehende Tief OSKAR bescherte am 30. und 31. Januar mit ergiebigen Schneefall einen kräftigen Wintereinbruch und mit einer bis zu 21 Zentimeter hohen Schneedecke in Eiweiler ging der Januar hochwinterlich zu Ende.

Doch dieses für das Flachland durchaus eindrucksvolle Winter-Gastspiel wurde zum Start in den Februar rasch wieder beendet. Von der Bretagne zog Tief PIRMIN nach Deutschland und lenkte auf seiner Vorderseite milde Luft heran, so dass Tauwetter einsetzte. Bereits am 3. Februar war außer einigen Schneeresten die weiße Pracht wieder nahezu vollständig verschwunden.
Nachfolgend stellte sich vorübergehend Hochdruckeinfluss mit Hoch CHLOE über Mitteleuropa ein, es war sonnig und tagsüber mild bei Temperaturen bis 7°C, während nachts Frost von -5°C herrschte. Die Westdrift lebte vom 7. bis 11. Februar mit den Tiefs STEFAN, THOMAS und Sturmtief UWE, das am 10. Februar neben kräftigem Regen auch Sturmböen brachte, kurzzeitig wieder auf.
Vor der Monatsmitte nahm eine ungewöhnlich lange und für den Februar extrem milde Schönwetterperiode ihren Anfang. Zunächst verwöhnte uns Hoch DORIT mit Kern über Mitteleuropa mit vielen wolkenlosen Tagen bei vorfrühlingshaften Temperaturen. Am 17. Februar wurde es extrem mild bei einer Höchsttemperatur von 17,1°C und die Tagesschwankung war enorm und betrug nach frostigen Nächten örtlich bis zu 20 K.
Die Kaltfront von Nordmeertief WERNER unterbrach am 19. Februar mit einigen Zehntel Litern Regen die Hochdrucklage und es kühlte durch die eingeflossene Atlantikluft immerhin auf knapp 10°C ab.
Rasch baute sich aber wieder ein neues Hoch mit ERIKA auf, das am 23. Februar vom kräftigen Hoch FRAUKE abgelöst wurde und uns mit sonnigen Vorfrühlingstagen mitten im eigentlichen Spätwinter verwöhnt hat. Mit den Temperaturen ging es aufwärts und es war sehr mild – vom 25. bis 27. Februar auch extrem mild für die Jahreszeit mit einem neuen Dekaden-Rekord von 19,1°C, der aber nur einen Tag gültig war, denn schon am 27. Februar erlebte die Eiweiler Wetterstation mit sagenhaften 21,7°C einen neuen Wärmerekord für den Februar.
Am 28. Februar war es zunächst noch heiter, später trübte es ein und abends folgten erste Regentropfen als Vorboten des kommenden Wetterumschwungs. Auffrischender Wind „kühlte“ es auf 15°C ab.
Der Winter 2018/19 ging vorfrühlingshaft zu Ende, der letzte Wintermonat Februar war völlig aus der Art geschlagen und zeigte sich über weite Strecken als ein vorgezogener März.

Eiweiler, den 25. März 2019

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